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Gemeinsam stark: Mütter meistern den Weg zur Eigenständigkeit

Ana Maria, Wilailak, Weyni, Khadija, Chantal, Jane, Balikis und Gillian haben es geschafft. Sie haben im Dezember 2024 die Qualifizierung in der erweiterten Alltagsassistenz im Rahmen des Angebots „Starke Frauen im Beruf“ der ZWD in Kooperation mit dem ASB erfolgreich abgeschlossen.


Mütter mit Migrationsgeschichte stehen oft vor besonderen Herausforderungen: Die Suche nach einem Kinder-Betreuungsplatz, fehlende Sprachkenntnisse, unklare Bleibeperspektiven, organisatorische Herausforderungen oder nur teilweise anerkannte Berufsqualifikationen sind häufig Hürden auf dem Weg zur Erwerbstätigkeit und damit zur wirtschaftlichen Unabhängigkeit.


Ihre Geschichten zeigen, wie wichtig Angebote sind, die auf die familiäre und berufliche Situation von Frauen mit Migrationsgeschichte zugeschnitten sind.


Und ihre Geschichten machen Mut. Sie erzählen von starken Frauen und Müttern, die ihren Weg gehen.


Es ist Freitag, der 20. Dezember 2024. Im Juni 2024 begann die Qualifizierung für die angehenden Alltagsassistentinnen nach §53c SGB XI: Fachpraktischer Unterricht und ein integriertes Praktikum verteilt auf gut fünf Monate und in Teilzeit. Individuelle sozialpädagogische Begleitung und berufliches Coaching. Am 19.Dezember war Prüfung. Das belegen die Zertifikate, die die Frauen jetzt in den Händen halten. Heute wird gefeiert.


Verschiedenste Leckereien aus sechs verschiedenen Ländern stehen auf dem Tisch. Wichtel werden verteilt und ausgepackt – eine Idee der Dozentin Frau Steinsberger. Die Frauen liegen sich in den Armen.


Der Zusammenhalt unter den Frauen ist bemerkenswert und spürbar. Sie sind zusammengewachsen, haben sich gegenseitig unterstützt, gemeinsam gelacht und geweint. Die fünf Monate haben viel mit ihnen gemacht – abseits des Zertifikats, das sie nun in den Händen halten: Sie fühlen sich wertvoll, stark, voller Selbstvertrauen und wissen, dass sie alles schaffen können, was sie sich vornehmen – auch auf dem Arbeitsmarkt.


Die Dozentin Frau Steinsberger, die die Frauen während der gesamten Zeit begleitet hat ist stolz: „Alle gehen mit einer selbstgewählten Zukunftsperspektive hier raus – das ist das Schönste“ sagt sie.


Über diese Chancen freut sich Marion Tarasberg, Job- und Sozialcoach bei der ZWD und der Teilnehmerinnen ganz besonders: „Die Qualifizierung ist der erste Schritt in einen wachsenden Markt. Die Absolventinnen können in diesem Berufsfeld mit guten Entwicklungsmöglichkeiten rechnen. Arbeitgeber fördern eine berufsbegleitende fachliche Weiterentwicklung oder bieten im Einzelfall gleich eine Ausbildung an. Das sind wichtige Aspekte auf dem Weg in immer mehr Unabhängigkeit für viele Teilnehmerinnen.“     


Weyni aus Eritrea hat einem großen Arbeitgeber bereits zugesagt. Ihr Leben war viele Jahre von Krieg in ihrer Heimat geprägt. Nun sucht sie Frieden und eine Zukunft für ihre Familie.


Khadija kam vor zehn Jahren aus Afrika mit ihrem Mann nach Deutschland. Er erhielt einen Studienplatz an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf und machte anschließend seinen Doktor. „Am Anfang fühlte ich mich wie ein Fisch ohne Wasser,“ blickt Khadija zurück. „Alles war neu für mich.“ Ihr Sohn kommt fünf Jahre später zur Welt. Nun will sie arbeiten. „Ich will etwas beitragen,“ sagt sie. „Das empfinde ich als Geschenk.“


Das Projekt „Starke Frauen im Beruf“ der ZWD ist vielen Einrichtungen und Kooperationspartnern in Düsseldorf ein Begriff. Finanziert wird die Teilnahme über das Jobcenter oder die Agentur für Arbeit.


„Ich habe mich hier sofort wohl gefühlt,“ sagt Khadija. „Wir kommen alle aus unterschiedlichen Nationen und werden hier akzeptiert, wie wir sind, und das ist ein wunderschönes Gefühl.“ Mit dem Zertifikat ist ihr Weg zur Weiterbildung im Pflegebereich nun frei. Ihren Platz hat sie schon. „Bis es losgeht, arbeite ich ehrenamtlich zwei Mal die Woche in einem Altenheim“, sagt sie lachend.


Chantal ist in Deutschland geboren. Nach dem Fachabitur begann sie eine Lehre als Speditionskauffrau, dann wurde sie schwanger. Das zweite Kind kam schnell danach. Dazu kam die Pflege ihrer Mutter, die verstarb. Ihre Lehre konnte sie nicht beenden. Jetzt sind ihre Kinder fünf und vier Jahre alt, die Organisation mit Hilfe der ZWD geregelt. Mit der Qualifizierung in der Tasche kann sie nun eine Ausbildung zur Pflegefachkraft bei der Caritas – ihrem Praktikumsbetrieb – beginnen. Im April 2025 geht’s los.


Im Kurs wurde sie zur Sprecherin gewählt. In Deutschland geboren, beherrscht sie die Sprache am besten und kennt sich hier gut aus. Die anderen Frauen vertrauen ihr, profitieren von ihren Erfahrungen und Wissen.


„Es ist ein wunderschönes Gefühl, dieses Zertifikat in der Hand zu halten“, sagt sie. „Die letzten fünf Monate waren anstrengend, schön und sehr emotional.“ Die gewachsene Verbindung zwischen den Frauen beschreibt sie so: “Der Zusammenhalt war ungeheuer groß und mit viel Liebe verbunden. Wir haben alle an einem Strang gezogen und so lange erklärt und manchmal übersetzt, bis alle auf dem gleichen Level waren.“


Und Khadija ergänzt: „Das haben die tollen Menschen der ZWD möglich gemacht. Hier arbeiten alle mit viel Herz. Dafür sind wir sehr dankbar.“


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